Die Pracht
des irdischen Lebens

Von Koran und Tafsir

Zusammengestellt von Omar K Neusser



1. Einführung

Das irdische Leben zu begehren und seine Pracht ist das natürliche für den Menschen, jedenfalls solange er nicht über das Wesen dieser Welt unterrichtet ist. Diese natürliche Neigung oder Tendenz des Menschen birgt jedoch bereits den Kern seines Untergangs in sich.

Allah (möge Seine Majestät erhaben sein über alles) sagt dazu im Heiligen Koran:


11_15
{ Die das irdische Leben begehren und seine Pracht, wollen sie Wir voll belohnen für ihre Werke hienieden, und sie sollen darin kein Unrecht leiden.}


11_16
{ Diese sind es, die im Jenseits nichts erhalten sollen als das Feuer, und das, was sie hienieden gewirkt, wird nichtig sein, und eitel all das, was sie zu tun pflegten. } Sure Hud (11:15-16)



2. Tafsír Ibn Káthir - Koranerklärung

Wer das weltliche Leben will, wird keinen Anteil am Jenseits haben

Al-`Awfi berichtet, dass Ibn Abbas über diesen Vers sagte: "Wahrlich, diejenigen, die protzen1, werden die Belohnung ihrer guten Taten in diesem Leben bekommen. Dies (wird so sein,) damit ihnen kein Unrecht widerfährt, und wäre2 es auch nur die Größe des Flecks auf einem Dattelkern.”

Ibn Abbas fuhr fort und sagte: “Wer also eine gute Tat tut - wie Fasten, Beten, oder Stehen im Nachtgebet - und damit versucht, weltlichen Gewinn zu erwerben3, dann wird Allah sagen: ’Gib ihm den Lohn für das, wonach er im weltlichen Leben trachtete,’ woraufhin seine Tat verloren geht, weil er (damit) nur das Leben dieser Welt4 suchte. Im Jenseits wird er unter den Verlierern sein.”5

Ein ähnlicher Rapport wird von Mujahid, Ad-Dahhak und vielen anderen überliefert.6 Anas ibn Malik und Al-Hasan sagten beide: “Dieser Vers wurde offenbart in Bezug auf die Juden und die Christen.”7 Mujahid und andere sagten: “Dieser Vers wurde hinsichtlich jener offenbart, die Taten zu vollbringen, um gesehen8 zu werden.”9 Qatadah sagte, “Wessen Sorge, Ziel und Absicht das weltliche Leben10 ist, den wird Allah für seine guten Taten in diesem Leben belohnen. Wenn er dann das Jenseits erreicht, wird er keine guten Taten haben, für die er belohnt werden kann. Was jedoch den Gläubigen anbelangt, er wird für seine guten Taten sowohl in diesem Leben als auch im Jenseits belohnt werden.”11


3. Tafsír Zamaḥsharí

{ Wollen sie Wir voll belohnen für ihre Werke hienieden / zahlen wir voll heim, } Sure Hud (11:15) d.h. übermitteln wir den Lohn für ihre Handlungen

Man sagt, dass hier die



















2017-01-14 vs.1.1; from 2014-12-12
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  1. aufschneiden, zur Schau stellen

  2. die Grösse ihrer Tat oder Menge ihrer Taten

  3. /und er tut dies, um weltlichen Nutzen zu erwerben

  4. d.h. ihren Genuss und ihre Freuden

  5. Aṭ-Ṭabari 15:263

  6. Aṭ-Ṭabari 15:264, 265

  7. Aṭ-Ṭabari 15:265

  8. d.h. um vor ihnen in gutem Licht dazustehen und von ihnen gepriesen zu werden

  9. Aṭ-Ṭabari 15:266

  10. das diesseitige Leben, ihr Genuss und ihre Freuden

  11. Aṭ-Ṭabari 15:264