Der Islam und die Verteidigung des Heiligen
Btr. den "satirischen Zeichnungen" 2005/06


Heilig ist was von oben kommt: Die Propheten, Symbole und Lehren, durch die wir Erkenntnis erlangen über die Höchste Wirklichkeit - Gott oder Allah. Vor allem ist es Gott, der heilig ist, und Er ist auch das Ewige, Leben(der Lebendige) Allmacht, Allwissend und Barmherzigkeit.

Ihn gab es, als es weder gab die Zeit, noch Raum noch Ding.
Er ist jetzt, wie immer Er gewesen.
Und nichts ist Ihm gleich und Ihm gleicht kein Wesen.

Leider hat der moderne Mesch den Sinn für das das Heilige und seine Ehrfurcht vor Ihm verloren. Darüber hinaus hat man die heilige Wissenschaft, die Mutter aller Wissenschaften, verloren. Gemäß den göttlichen Traditionen (Veda, Tora, Evangelium und Koran, ua.) ist der Mensch prinzipiell mit dem Intellekt (intellectus) begabtes Wesen, der seinen Grund im Göttlichen hat, erschaffen um Allah (Erhaben ist Er in Seiner Majestät) zu erkennen und in Harmonie mit der Absicht Gottes für den Menschen zu kommen.[1]

Die unlängst verbreitete fitna (Streit, Zersplitterung)[2] in Zusammenhang mit den satirischen Zeichnungen gegen den Gesandten Allahs MHMD - Friede und Segen Gottes seien mit ihm - die wir in dieser Tage 2005/6 erleben, sind nicht nur ein Angriff auf die Religion des Islam und dessen zentralen Symbole, sondern ein Angriff auf das Heilige selbst:

{Denn Versuchung (fitna - Unterdrückung) ist schlimmer als der Tod}
Sure 2-191

Der Westen (und damit ist der westliche Lebensstil gemeint) hat das Wissen um das Heilige verloren und einige seiner radikalen Vertreter gehen sogar so weit, dessen Existenz zu verleugnen. Als ob man prinzipielle Wahrheiten durch Worte aus dem Mund eliminieren könnte. Oder auch versucht man, alles was mit Gott zu tun hat, in die dunkle, mentale Ecke der Indifferenz zu schieben. Die profane Weltanschauung ist alles geworden, aber das Sein ist mehr.

{Die ihren Glauben als einen Zeitvertreib und ein Spiel nahmen und die das irdische Leben betörte.}
Sure 7-51

Der "westliche" Mensch betet die angeblich Vortrefflichkeit des Rationalismus an, während er ein unglücklicher Diener des Materialismus geworden ist. Man verwirft den Weg der Glückseligkeit zu Gunsten einiger flüchtiger Freuden.

Das moderne Leben
Der fortschreitende Prozess des Westens der intellektuellen Entarmung hin zu einer anti-traditionellen Wirklichkeitsauffassung har eine lange Geschichte[3]. Der Verfall begann mit der Zerstörung des Tempelritterordens[4] 1312 n. Chr., die einen intensiven kulturellen und geistigen Ausstausch mit der muslimischen Welt betrieb und mit zweitens mit der sogenannten Renässanz[5], die - anstatt eine "Wiedergeburt" zu sein, eine "Verdunklung des Intellektes" darstellte, wo man unter der schön anmutenden Fahne der "Aufklärung" die hellenistische Hybris einführte, dh. mit der Vorstellung, die meschliche Vernunft , Ratio, sei das einzig zuverlässige Werkzeug, um Wissen zu erlangen.[6] Im Schlepptau der Renässanz folgte bald die Reformation, die zu einer Verarmung der katholischen Lehre führte und schließlich die Sekularisierung Europas einleitete.

Die französische Revolution zerschlug die geistigen und weltliche Hierarchien um mit der blutigen Gewalt der Guillotine den Traum von der "Volksherrschaft" zu verwirklichen. Und übrigens ist Macht an sich nicht von übel, sondern dann wenn sie vom göttlichen Prinzip losgelöst ist. Dieses moderne Projekt, das den Menschen zum Maß aller Dinge machte, ist heute zum absurden Post-Modernismus kulminiert, wo zur Wahrheit wird, was am eifrigsten feilgeboten wird und am meisten gekauft wird. Die neue invertierte "Wahrheit" ist doch, alles zu verhöhnen, was an die zeitlosen Prinzipien der Tradition* erinnert. Bei den Muslimen wird das jetzige Zeitalter als "Akhiri Zamân" genannt, oder "das letzte Zeitalter". Der französische Religionsphilosoph René Guénon, alias Abd al-Wahîd Yahya (1886-1951) gebrauchte dafür den hinduistischen Begriff des "Kali Yuga", des dunklen Zeitalters und er war der erste, der diesen Begriff in einem westlichen Kontext verwendete.

Später[8] machten sich die Verteidiger der Moderne und der "Aufkärung" daran die Welt zu erobern und griffen das Heilige in anderen Religionen an, nicht zuletzt im Islam. Man unterwarf die muslimischen und anderen traditionellen Völker in Asien, Afrika und Amerika[9], raubte ihre kulturellen und religiösen Schätze und installierte moderne, westlich ausgerichtete Eliten, die allmählich die kolonialen Byrokratien ersetzten, um die unterdrückten Massen besser aussaugen zu können. Dies ging so weit, bis die Menschen dort keinen Ausweg sahen, als zu fliehen und so kamen sie in den Westen und jetzt sind sie hier.

Die Verteidigung des Heiligen

Im Zeitalter der Globalisierung geht man einen Schritt weiter und greift den Islam selbst an, insb. das Heilige[10]. Dies weist übrigens auf die Tatsache hin, daß der Islam ein Faktor geworden ist, mit dem man rechnen muß, ein Licht im Dunkel. Aber die Muslime durchschauen diese Provokationen und während sie diese mit Nachdruck abweisen, beantworten sie diese im Allgemeinen in Geduld und Ruhe.

Einige Muslime handeln jedoch nicht immer nach ihrer Tradition*, denn eine Minorität ist unvorsichtigerweise in Zorn geraten. Jedoch braucht kein Vertreter der Aufklärung den Muslimen vorzuhalten, wie sie ihr Leben führen sollen. Ihre Richtschnur ist der Koran, die prophetischen Tradition und bei den Gelehrten, welche die heiligen Wissenschaften verwalten; und nicht bei MTV und den Pfaffen des Postmodernismus.

Ein Angriff auf das Heilige ist im Prinzip ein Angriff auf alle Religionen, aber da die nicht-islamischen Religionen - nachdem sie dem modernen Projekt ausgesetzt waren - kaum Kraft übrig haben standzuhalten, ist es der Islam, der diese wesentliche Aufgabe übernimmt: das Heilige zu verteidigen.

Der Islam hat die Jahrhunderte hindurch die echte und unverfälschte Offenbahrung von Gott, dem Herrscher der Welten bewahrt. Er verteidigt die Ehre aller Propheten, Heiligen und Martyrer, nicht bloß von Jesus, Moses und Abraham (Friede mit ihnen allen). Durch den Koran sagt Allah folgendes Seinem Gesandten, den Propheten Muhammad MHMD :

{ Und weder die Juden werden mit dir zufrieden sein noch die Christen, es sei denn, du folgst ihrem Glauben (milla).}
Sure 2-120

Dh. die Ungläubigen (kuffâr) werden sich nicht zufrieden geben, bis die Muslime und die Gläubigen ihrer "milla" folgen. Aber milla bedeutet hier nicht dîn, dh. "Religion." Denn im Christentum und im Judentum ist die ursprüngliche Lehre entstellt worden, vor allem auf Grund der Kompromisse mit der herrscheden Macht und später mit der Moderne, so daß sie fast ganz und gar unterdrückt wurde und diese Religionen heute nichtsan echter Spiritualität übrig haben.

Deswegen muß milla heute den profanen westlichen Lebensstil bedeuten - den "Way of Life", der die Menschen vom rechten Weg leitet, dh. der von Gott gestifteten Tradition, die beispielhaft von Prophet Muhammad MHMD verwirklicht wurde.

Dieser moderne Lebenstil (milla) hat die Verbindungsstränge zum Himmel gekappt. Er hindert so den Menschen über seinen göttliche Ursprung und Bestimmung Wissen zu erlangen und die himmlische Einflüsse entgegen zu nehmen. Er riskiert in seiner Einsamkeit, Angst und Verwirrung stattdessen von Hochmut getroffen zu werden, umrauscht im Nebel seines Egoismus, oder was schlimmer ist in Verachtung des Heiligen. So allein gelassen wird der Mensch unfähig, sich aus der Sklaverei des Egoismus und der taghût (der Demonen und Satane) zu befreien.

Trotz dieses bedauernswerten Zustandes ist für den Menschen nicht alle Hoffnung verloren, denn Gott hat ihn gewiß aufgerufen in Reue umzukehren:
{Außer denen, die bereuen und glauben und gute Werke tun, denn deren böse Taten wird Allah in gute umwandeln; Allah ist ja allverzeihend, barmherzig;}
Sure 25-70

Und Gott weiß am meisten und am besten!

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fn
Als eine Illustration für den postmodernen Geist kann die italienische Figur des Berlosconi dienen. Er ist es, der seine Macht in Italien durch den gezielten Ausbau und übernahme der Fernsehmedien aufbaute, Volkspropaganda geölt im Schmutz des Sexismus. Gewiß ist er nicht durch Gutenberg oder die Idee der Aufklärung geformt worden, sondern gehört ganz und gar zur Epoche des der Massenmedien und der (siehe "Kali Yuga"), wo bloß das Erscheinungsbild und die persönliche Auffassung von Gewicht ist. Berlosconi ist wirklich ein Kind des Postmodernismus, wo es keine Rolle spielt was wirklich geschieht, sondern an welche Version des Geschehens die Leute glauben. Er soll zu einem seiner untergeordneten Journalisten gesagt haben: "Verstehst du nicht ... etwas das nicht im Fersehen gezeigt wird existiert nicht?"





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