Omars Verhalten gegenüber den Dhimmis
von Maher Y. Abu-Munshar

Der Koranvers: { Es gibt keinen Zwang im Glauben } [fn1] , war der Eckstein der Beziehungen der Muslime mit den Christen in religiösen Dingen während der Regierungszeit des zweiten Kalifen Omar Ibn al-Khattab raDiy-Allahu-anhu.gif  . Es soll klargestellt werden, dass weder muslimische Juristen oder muslimische Chroniken, noch Orientalisten der Vergangenheit oder der Gegenwart jemals einen Fall berichtet haben, bei dem ein Christ gezwungen worden wäre, zum Islam überzutreten.

In der Tat gibt es in der muslimischen Geschichte und Literatur viele Beispiele, welche die Religionsfreiheit dieser Zeit bestätigen. Zum Beispiel zitiert Abu Ubaid in seinem Buch "al-Amwal", die Geschichte des Kalifen Omar raDiy-Allahu-anhu.gif  und seines Dieners Astiq, eines Christen. [fn2] Omar raDiy-Allahu-anhu.gif  versuchte häufig Astiq davon zu überzeugen, den Islam anzunehmen, als dieser sich aber weigerte, tat Omar raDiy-Allahu-anhu.gif  nichts anderes, als die Worte des Koran zu rezitieren: { Es gibt keinen Zwang im Glauben }. [fn1] Astiq berichtet, dass Omar, als er im Sterben lag, ihn aus der Sklaverei befreite und ihm sagte, er könne gehen, wohin er wolle. Dies zeugt von Omars Geist der Toleranz: trotz seiner ungeheuren Macht als Führer der muslimischen Nation, propagierte er den Islam nur in der Form der Ermahnung und Überzeugungsarbeit. Darüber hinaus machte er klar, dass niemand gezwungen werden dürfe, seine Religion zu ändern. Diese Toleranz wird auch deutlich bei den Pakten und Verträgen, die Omar raDiy-Allahu-anhu.gif  mit den bezwungenen Völkern schloss. [fn4]

Eine große Zahl von Berichten in der muslimisch-juristischen und historischen Literatur veranschaulichen Omars positives Verhalten gegenüber den Dhimmis (den Schutzbefohlenen) [fn10]. Er war bekannt dafür, die Befehlshaber seiner Armee anzuwiesen, mit den nicht-Muslimen gerecht zu verfahren. So wird zum Beispiel berichtet, dass Omar raDiy-Allahu-anhu.gif  (nachdem er vom Messer eines Dhimmis tötlich getroffen worden war) zu seinem Möchtegern-Nachfolger folgendes sagte: "Ich empfehle dem Kalifen nach mir, dass er jenen, die unter den Schutz des Propheten gestellt sind, eine gute Behandlung angedeihen lässt. Er soll der Bund mit ihnen halten, diejenigen bekämpfen, die sie verfolgen, und sie steuerlich nicht über ihre Möglichkeiten belasten". [fn5] Omars raDiy-Allahu-anhu.gif  Sorge um das Wohlergehen der Dhimmis hat er damit sogar auf seinem Sterbebett zu Beweis gestellt.

Omars Art und Weise die Dhimmis zu behandeln wurde durch seine Interpretation des folgenden Koranverses gefördert: { Almosen sind für die Armen und Bedürftigen } [fn6] Nach Omar raDiy-Allahu-anhu.gif  waren die Armen (al-fuqara) die Muslime und die Bedürftigen (al-masakin) waren die Dhimmis, einschließlich der Christen und Juden. Omars Interpretation wurde nach dem folgenden Vorfall mit Abu Yusuf verkündet:

Omar raDiy-Allahu-anhu.gif  war an einem Tor mit wartenden Menschen vorbeigegangen, wo ein Bettler stand, ein alter, blinder Mann. Omar packte ihn am Arm und fragte ihn, zu welchem Volk der Schrift er denn gehöre. Er antwortete, er sei ein Jude. Omar raDiy-Allahu-anhu.gif  fragte: "Was hat dich zum betteln getrieben?" Der Jude antwortete: "Ich bettele um Geld für die Jizya und für meinen Lebensunterhalt, denn ich bin ein alter Mann". Da nahm ihn Omar raDiy-Allahu-anhu.gif  an der Hand, führte ihn in sein Haus, gab ihm etwas zu essen, und etwas Geld. Dann schickte ihn Omar zum muslimischen Schatzmeister (bait al-mal). Er beauftragte den Schatzmeister sich um diesen Mann zu kümmern, sowie um all jene wie er. Omar raDiy-Allahu-anhu.gif  fügte hinzu: ”Wir haben diesen Mann nicht gerecht behandelt, denn als er jung war, nahmen wir die Jizya von ihm, aber als er alt war, liessen wir ihn im Stich. Wahrlich, Sadaqa (Allmosen) sind für die Armen und Bedürftigen und dieser ist ein Mittelloser - vom Volk der Schrift. Also befreite er ihn von der Jizya. [fn7]

Schließlich liess Omar raDiy-Allahu-anhu.gif  auf Worte Taten folgen, als er die rechtmässige Vergeltung (qisas) zugunsten eines ägyptischen Kopten gegen Muhammad, den Sohn des `Amr Ibn al-` As, des Herrschers Ägyptens, bewilligte. Omar sagte diese historischen Worte zu `Amr: "O `Amr, wie konntest du Menschen versklaven, die von ihren Müttern als Freie gebohren wurden? [fn8] Dieser Vorfall ereignete sich, als der Sohn von `Amr einen Kopten mit den Worten schlug: "Ich bin der Sohn eines geehrten Volkes". Der Kopte meldete das dem Omar raDiy-Allahu-anhu.gif , der sofort Amr und dessen Sohn von Egypten (nach Madina) kommen lies, woraufhin er dem Kopten befahl, seinerseits den Rücken von Amrs Sohn zu schlagen. [fn9]




Anmerkungen:

fn1: Der Koran,.al-Baqarah,.v. 256
oder { In der Religion [des Islam] gibt es keinen Zwang. } [zum Text]
fn2: Abu.`Ubayd,.al-Qasim.Ibn.Sallam 1986 "Kitab.al-Amwal" Beirut:.Dar.al-Kutub.al-`Ilmiyyah,.p 39 [zum Text]
fn4: Ausserdem beweist das Verhalten des Kalifen Omar raDiy-Allahu-anhu.gif  gegenüber den Christen, die im muslimischen Staate lebten, eindeutig die uneingeschränkte Einhaltung der Religionsfreiheit. [zum Text]
fn5: Al-Bukhari, Abu Abd Allah Muhammad, n.d. "Sahih Al-Bukhari" Riyadh: Dar Ishbilyya. vol. 2, part 4 p. 6 Ibn Adam, n.d. "Kitab al-Kharaj". Beirut: Dar al-Ma'rifa, pp. 65-68 ; Abu Yusuf, n.d. "Kitab ul-Kharaj". Beirut: Dar al-Ma'rifa, pp. 120-21 ; Al-Tabari, 1997. "Tarikh al-Umam wa al-Muluk". Beirut: Manshurat Muhammad `Ali Baydun. Dar al-Kutub al-`Ilmiyyah. Vol. 2, p. 560 ; Ibn Hajar, 1997. "Fath al-Bari Sharh Sahih al-Bukhari". Riyadh and Damascus: Dar al-Salam and Dar al-Fayha' , Vol. 6 , p. 322, Haidth no. 3126 [zum Text]
fn6: Der Koran,.al-Tauba,.v. 60. [zum Text]
fn7: Abu.Yusuf, n.d ."Kitab.ul-Kharaj" Beirut: Dar.al-Ma'rifa, p 126.; Abu.Yusaf 1979 "Kitab.ul-Kharaj.( Islamic Revenue Code.)., trans. `Ali, A. Lahore: Islamic Book Centre , p. 254 [zum Text]
fn8: Ibn al-Jawzi, Abu al-Farai. 2001. "Sirat wa Manaqb Amir al-Mu'minin Umar Ibn al-Khattab". Cairo: Dar al-Da'wah.al-Islamiyyah,.p 89 [zum Text]
fn9: Ibid. , p. 89 [zum Text]
fn10: Dhimmi: a non-Muslim subject (People of the Book) of a state governed in accordance with Sharia law. The term connotes an obligation of the Islamic state to protect the individual, including the individual's life, property, and freedom of religion and worship, and required loyalty to the empire, and a poll tax known as the Jizya, which complemented the Islamic tax paid by the Muslim subjects, called Zakat. [wikipedia] [zum Text]





Der Artikel von Maher Y. Abu-Munshar untersucht ”den Pakt von Omar und seine Authentizität: Islamic-answers.com

Die Schlussfolgerung des Textes ist, dass "der Pakt von Omar" nicht das Werk von Omar Ibn al-Khattab raDiy-Allahu-anhu.gif  war, und dass die Bedingungen des Vertrags für den Stamm der Banu Taghlib nicht von ihm stammten. Während der Herrschaft von Omar raDiy-Allahu-anhu.gif  wurden mehrere Bündnisse und Verträge verfasst, die aber einen anderen Stil aufwiesen, als die Dokumente im erwähnten Text, und sie enthielten andere Bedingungen.
Auch: [Islam and the Jews: The Pact of Umar, 9th Century CE]

Die oben erwähnten Geschichten und Vorfälle sind verbindlich und in den islamischen normativen Schriften enthalten.













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