Wer ist Gott, Allah ?
Ein Versuch zur Antwort in neun Punkten

Gott, Allah sagt von Sich Selbst:

"Ich bin gerade so wie mein Diener glaubt, daß Ich bin.
Und Ich bin bei ihm, wenn er sich an Mich erinnert..."

Überlieferung von Prophet Muhammad MHMD
( der ganze Hadith qudsî )

Jemand sagte auch:

"Jedesmal wenn du einen Gedanken bekommst betreffend Gott
so wisse, daß Er anders ist als dieser Gedanke."



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Allah, erhaben sei Seine Majestšt!

1a.) Allah ist das Licht des Himmels und der Erde. Licht über Licht. Koranvers
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1b.) Allah ist überaus wirklich, Er ist eigentlich nicht verborgen (vor unseren Herzen). Nichts ist wirklich außer Allah, dh. Er ist die absolute Wirklichkeit. Es gibt keine Wirklichkeit außer Ihm. (3a. 3b.)

1b2.) Daraus folgt, daß wir Menschen nur durch die Anerkennung Gottes, nur durch ein gottgefälliges Leben 'wirklich' sind, wirklich leben, in Licht leben, Licht geben. 7.)

1c.) Wir, die Geschöpfe, Menschen usw. haben keine unabhängige Existens, stattdessen sind wir äußerst abhängig. Leben, Kraft, Wille, Erkenntnis usw. bekommen wir als Darlehen für welches wir verantwortlich sind. Diese Eigenschaften sind jedoch nur ein Schatten dessen was Gott, Allah in seiner Pracht und Allmacht besitzt.
Im besten Fall sind wir Gottes, Allahs Stellvertreter (khalifa) auf Erden.

   Wie die Sonne ihre Strahlen über die Erde schickt
und alles mehr oder weniger erleuchtet, so ist uns Menschen Leben, Kraft, Wille, Erkenntnis usw. für eine kurze Zeitspanne gegeben worden.

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1e.) Allah hat einen transzendentalen och einen persönlichen Aspekt. Was den transzendentalen Aspekt betrifft, ist es für uns unmöglich etwas von Ihm zu wissen, denn niemand kennt das wahre Wesen Allahs außer Allah selbst.(zitat) und Link arrow out (englisch)
Vermittelst des persönlichen Aspektes (*) und durch das Wissen um Seine Eigenschaften und Namen können wir Allah erkennen und Wissen von Ihm erlangen.
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   Wie du den Vollmond in einer klaren Nacht siehst; so kann Allah mit dem Auge der Seele (des Herzens) gesehen werden (hadith), einer solchen Seele, die Ruhe fand bei Gott, Allah. (koranvers)
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1f.) Allah ist natürlich weit davon entfernt, menschliche Eigenschaften zu haben
.und wir Menschen sind noch weiter davon entfernt, göttliche Eigenschaften zu besitzen oder uns wenigstens einen Schimmer davon anzueignen;
obwohl wir durch die heilige Offenbarung immer wieder dazu aufgerufen werden, das Beispiel des Propheten nachzuahmen und ihm zu folgen. (8.)
(Ausdrücke wie 'Er' oder 'Ihn' sind symbolisch zu verstehen, auf einem Gebiet, wo Worte ihre Begrenzung haben.6c.)

1g.) Um geistiges (spirituelles) Wissen zu erlangen, ist es besser die Worte Allahs zu studieren, so wie sie im Koran niedergeschrieben sind und ihnen zu folgen:

"Und wahrlich, wir stellten in diesem Koran den Menschen allerlei Gleichnisse auf; doch bestreitet der Mensch die meisten Dinge."
Sura Die Höhle (18) Vers 54
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1h.) Der Heilige Koran beschreibt in vielen Versen Gottes, Allahs Eigenschaften (*):
"Er ist Allah, außer dem es keinen Gott gibt, der Wisser des Unsichtbaren und des Sichtbaren. Er ist der Allgnädige, der Allbarmherzige."
Sura Die Auswanderung (59) Vers 22

1i.) Der Koran beschreibt auch den Menschen und seine Psyche, sowie die Eigenschaften, die vom ihm und von der Gesellschaft erwartet werden, damit er sich und anderen dienlich sein kann in diesem Leben und im nächsten. (ZB.: link)

2.) Ein Ansatzpunkt zur Frage nach Allah besteht darin, sich zu vergegenwärtigen,
daß wir mit unseren Augen und übrigen Sinnen nicht die ganze Wirklichkeit erfassen können.
Sie umfaßt ja unbeschreiblich mehr.
Denn wäre alles so, wie es sich unseren Sinnen vorstellt, bräuchten wir keine tiefere Erklärungen oder metaphysische Erkenntnis.

3a1.) Die Wirklichkeit hat nämlich auch zwei Aspekte, sie ist sowohl Form (das Äußere) als auch Sinnbedeutung (das Innere) und beide hängen innerlich zusammen, sie sind tatsächlich EINS. (1f.)

   Wie Eis und Wasser von gleichem Grundstoff sind, aber verschiedener Form aufgrund des veränderten Zustandes und Bedingungen, so ist die Wirklichkeit im Grunde auch ein und dieselbe.

3a2.) Deshalb soll auch der Mensch, wenn er wirklich sein will, die Einheit (tauhîd) in sich selbst verwirklichen und außerhalb seiner selbst. Er soll sein äußeres mit seinem Inneren in Einklang bringen, sein Wort und seine Tat mit seinem Denken und seiner Absicht, wenn er Allahs Wohlgefallen will.
<intention>   und Link arrow out (englisch)

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3b.) Die Wirklichkeit ist also sowohl offenkundig als auch verborgen;
wobei die phänomenale, äußere Welt Allahs Offenbarung ist, Seine Manifestation in jedem Augenblick. (Koranvers)
Sie ist weder illusorisch, noch zufällig, sondern beabsichtigt und mächtig.

3c.) Also ist das Verborgene höchstgradig wirklich und wirkend (1a.)
und 'beeinflußt' deshalb durch seinen höchsten Grad des Seins (dh. Existenz) alles, **
auch den Menschen, ob er will oder nicht.
** (dh. lenkt alles, auch den Menschen - mit oder gegen seinen Willen. (6a)
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4a.) Nun ist es aber so, daß der Mensch den freien Willen bekam, der ihn führen kann - wohin auch immer!
...nämlich Gott, Allah den Erhabenen erkennen zu wollen, dh. danach zu streben Ihn zu kennen, oder
leider dahin, Seine Existenz zu verleugnen,
die Existenz Seiner Engel, Seiner Heiligen Schriften, Seiner Gesandten, des Letzten Tages und des Schicksals - des guten davon und des schlechten. (Möge uns Allah davor bewahren!)

4b.) Wenn diese Dinge nicht hinter Schleiern verborgen wären, dann wäre es auch sinnlos für Allah uns verantwortlich zu machen, daran zu glauben; der Glaube wäre nicht länger freiwillig sondern automatisch, wie zum Beispiel wenn man glaubt, daß Paris in Frankreich liegt.
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4c.) Was haben also jene, die Allah und den Letzten Tag verleugnen zu erwarten?

In diesem Leben: Ein Flüchten vor Allah und der Wahrheit, ein Leben in Lüge und Heuchelei, im Verdrängen ihres wirklichen Selbst, ihres göttlichen Potentials.

Im Sterben und im nächsten Leben: Eine schmerzhafte Balanzrechnung, einen gewaltvollen Ausgleich, eine unabwendbare Rückkehr zur Einheit und zur Ganzheit des Seins. (1)
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5a.) Oberflächlich betrachtet gibt es nichts stabiles, permanentes in der Welt,
nur unablässige Bewegung, Veränderung, Kaos.
Aber die Tatsache, daß der Mensch diesen Zustand entdecken, betrachten und begründen kann,
zeigt, daß er eine innere Referenz hat für etwas beständiges, unveränderliches; für eine Ordnung, eine Norm. (link) | (2)

5b.) Außerdem kann er eine Ordnung in dieser kosmischen Bewegung finden,
denn alles geschieht innerhalb bestimmter Grenzen und gemäß universeller Gesetze.
Wo aber die moderne Wissenschaft erforscht was meßbar ist,
sucht die traditionelle, metaphysische Wissenschaft Antworten die darüber hinausgehen.
( link: www.cosc.georgetown.edu - The Traditional Sciences in Fez, x L 20120705 )
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6a.) Das was diese Gesetze stiftet, mit ihnen lenkt und so die Geschehnisse im Universum verursacht (Makrokosmos)
und im Kleinen, in der Welt des Menschen (Mikrokosmos) ist offenbar eine unerhört große Kraft und Macht.
Es ist die höchste Macht und sie ist ewig.
Das was alles entstehen läßt, alles -sein- läßt und dann vergehen läßt, wird auch genannt:
Allah, Gott, die Höchste Wirklichkeit, die Erste Ursache, Es, das Große Mysterium, Allahu.

Allahu 6b.) Es heißt auch die Höchste Wahrheit, das Absolute, das Unendliche.
Es ist EINS, Ewig, Allwissend, Allmächtig,
Es oder Er ist Leben und gibt Leben,
Er ist Barmherzig, Liebevoll, Gnadenvoll
Allhörend, Allsehend.
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6c.) NB. Auch wenn einige dieser Attribute, oder Namen an menschliche Eigenschaften erinnern, sind sie doch ganz vollkommen bei Allah, nicht mangelhaft wie bei uns Menschen. (1f.)

Die Rolle des Menschen

7.) Der Mensch wird rein und intelligent wenn er - und in dem Maße in dem er - Allahs Oberhoheit akzeptiert. Intelligenz ist also vor allem die Fähigkeit die Einheit oder Ganzheit - dh. tauhîd - zu 'sehen' und zu verstehen, nicht nur die sichtbare, empirische Manifestation.

Dem Menschen obliegt es, sich nicht der göttlichen Anziehungskraft zu versperren. Propheten, Heilige und Fromme aller Zeiten - die selber den geistigen Pfad gegangen sind - haben beschrieben, wie man sich Gott, Allah nähern und echtes Wissen über die Höchste Wirklichkeit erlangen kann.
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Der geistige Weg

8a.) Dieser geistige Weg bedeutet vor allem, daß man lernt, daß nichts wert ist anzubeten, außer Allah, dh. nur besteht was um Gottes Willen getan wurde und daß man sein Herz oder spirituelles Zentrum von Schlacke und Finsternis reinigt - mit Gottes Hilfe -, dh. von schlechten Eigenschaften, wie zB. Gier nach 'mehr' in dieser Welt (dunya), Lüge, Verleumdung, Neid, Geiz, usw.
Dies geschieht, indem man Allahs Gebote befolgt (Halal), indem man richtig und rechtschaffen handelt, um Allahs Wohlgefallen zu gewinnen, sich jedoch von den Befehlen des Egos < nafs > abwendet, indem man vermeidet was schädlich und verboten ist (harâm), und abträglich fur den geistigen Weg.

8b.) Dieser geistige Weg hat Karten und Wegeschilder in all dem was uns unser Meister Muhammad, der Gesandte Allahs als Wegweiser gebracht hat. Das bedeutet, daß man sich unerhört anstrengt, gemäß seinem Gebot und Muster zu leben und es bedeutet auch, daß man sich dadurch vorbereitet, bei einem geistigen Meister zu lernen. (1f.)

Die geschichtliche Entwicklung

9a.) Im Laufe der Zeit haben sich entsprechend dem geschichtlichen Entwicklungsstand des Menschen verschiedene Religionen entwickelt. Islam ist die letzte Form des Weges mit dem zuletzt geoffenbarten göttlichen Gesetz, das die früheren Offenbarungen in sich einschließt und sie zT. bestätigt und zT. ungültig macht. Vor allem aber ist die islamische Offenbarung deutlich und allgemeingültig, dh. unabhängig von Ort und Zeit. Die Offenbarung des Korans ist außerdem authentisch und unverfälscht. (Vgl. die Wissenschaft der Überliefeung der islamischen Tradition. zB: The establishment of the text of the Qur'an, link )

9b.) Eigentlich beten wir alle Allah an. In Wirklichkeit ist es der gleiche, in den Religionen gibt es Unterschied und Vielfalt. Esel, Autos und Jetflugzeuge sind alles Transportmittel, aber nicht jeder Esel führt ans Ziel!
Die Vielfalt in der Schöpfung sollte für uns Menschen jedoch ein Anlaß sein, in Frieden und Harmonie miteinander zu leben und voneinander zu lernen.

Denn Gott, Allah ist der höchste und dauerhafteste Friede.


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In vielen Versen spricht Allah von Sich Selbst, wie hier im Thronvers:
"Allah! - es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem Ewigen

Schlummer ergreift Ihn nicht, noch Schlaf. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Wer ist es, der bei Ihm fürbitten will, es sei denn mit Seiner Erlaubnis?

Er weiß, was vor ihnen ist und was hinter ihnen; und sie begreifen nichts von Seinem Wissen, außer was Ihm gefällt.

Sein Thron umfaßt die Himmel und die Erde; und ihre Erhaltung beschwert Ihn nicht; und Er ist der Erhabene, der Große. "

Sura Die Kuh (2) Vers 255

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"Allah ist das Licht der Himmel und der Erde...
Licht über Licht. Allah leitet zu Seinem Licht, wen Er will. Und Allah prägt Gleichnisse für die Menschen, denn Allah kennt alle Dinge."
Sura Das Licht (24) Vers 35

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"Du, Seele, welche die Ruhe fand."
Sura Die Morgenröte (89) Vers 27

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Über Allah's Manifestation in der Schöpfung steht im Koran ua.:

"Habt ihr das Wasser betrachtet, das ihr trinkt? Seid ihr es, die es aus den Wolken niedersendet, oder sind Wir es, die es schicken? Wollten Wir es, Wir könnten es bitter machen. Warum also danket ihr nicht?"
Sura Das unvermeidliche Ereignis (56) Verse 68-70

(1)
Denn des Lebens Ende wird kommen - für Gläubige wie für Ungläubige, dann jedoch gibt es keinen Weg zurück, um zu reparieren...

(2)
Er hat 'al-fitrah'.
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(3)
Was heißt persönlicher Aspekt?

Ein Gott zu dem man keine Beziehung herstellen kann, wird notwendigerweise ein Gott sein, der von unserem Leben weit entfernt ist.

Diese äußerste Kraft und Macht ist eine Kraft zu der wir auf eine persönliche Art eine Beziehung herstellen können. (8) Daß wir "du" zu Gott sagen hat nichts damit zu tun, ob Gott etwas mit uns gemein hat, was nicht der Fall ist (1f))
sondern damit, daß ich als Mensch auf eine persönliche Art und Weise zu dieser Kraft und Macht eine Beziehung herstelle.

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(4)

Abu Huraira berichtete:

Die Leute sagten, "O Allah's Gesandter! Werden wir unseren Herren am Tage des Gerichts sehen?" Worauf er antwortete, "Habt ihr den geringsten Zweifel den Vollmond an einer klaren Nacht zu sehen?" Sie entgegneten, "Nein, O Allah's Gesandter!" Er fuhr fort, "Habt ihr den geringsten Zweifel die Sonne an einem wolkenfreien Tag zu sehen?" Das verneinten sie auch. Dann sagte er, "Wahrlich, ihr werdet Ihn (euren Herren) auf die gleiche Weise sehen. Am Tage des Gerichts werden die Menschen versammelt werden und Er wird ihnen befehlen, das anzubeten was sie gewöhnlicherweise anbeteten. Da werden einige die Sonne anbeten, einige den Mond und andere die Abgötter und nur diese Ummah (Gemeinschaft der Muslime) wird übrig sein mit ihren Heuchlern" ...
Bukhari Bd 1, Buch 12, Nr. 770
der ganze hadith         

Hier noch ein Zitat von Hasan Charles Le Gai Eaton:

Andererseits kann sich der Gläubige, wenn er dazu berufen ist, auf den Pfad der Metaphysik und der intellektuellen Intuition begeben, bis er begreift, dass "der Gott der Religionen" (um den Ausdruck Ibn 'Arabis zu benutzen), nicht Gott-an-sich ist, nicht das Absolute. Er wird dann erkennen, dass Gott-an-sich jenseits aller Definitionen - jedes Konzept und jede Form transzendierend - deshalb auch jenseits von Anbetung ist. Wir können nicht zu dem völlig Unerkennbaren beten. Eben deshalb ergibt Er sich in die Begrenzungen, die der betende Mensch Ihm auferlegt, und lässt zu, dass Er so erkannt und geliebt wird, wie wir unserer Natur nach geneigt sind, Ihn zu erkennen und Ihn zu lieben. Das ist Er uns auch schuldig, denn Er ist es, der uns diese Natur gegeben hat, uns diese Begrenzungen auferlegt und sich uns in einer Vielfalt von Manifestationen offenbart hat. Nachdem der Gläubige sich damit abgefunden hat, dass die verschiedenen Formen tatsächlich Schleier sind, mit denen sich die Eine Wirklichkeit umgibt, kann er dann zu seiner eigenen religiösen Perspektive zurückfinden und sich ruhig seinem Gottesdienst und den moralischen Vorschriften hingeben, die zu dieser Perspektive gehören.

Btr. 'Norm', 'Normalitet' siehe Text von Hasan G Eaton: link

Sie auch Allahs Eigenschaften, von Abu Bakr al-Kalabadhi
Die Bedeutung der Intelligenz als islamisches Konzept: intelligence

 

   siehe: < Allahs egenskaper > Abu Bakr al-Kalabadhi
   siehe: < Allah's Names >
   siehe: < Know Your Lord > `Ali ibn Abi Tâlib
   siehe: < A Queston To Pose > via Ibn `Arabi
   siehe: < On The Self-Disclosure of God > from Ibn `Arabi
   siehe auch: < What Is Normal And What Normality? > Hasan G Eaton





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