Zur Sure At-Tauba -

Zur Sure At-Tauba -

Sure 9:2-13, At-taubah - Die Umkehr

Koranische Kommentare - von Omar K Neusser



Sich etwas von Gottes - Allahs Barmherzigkeit aneignen – Teil 1

Bismi-LLahi r-rahmani r-rahim,

Sure 9:2 {Und wisst, dass ihr euch dem Zugriff Allahs nicht werdet entziehen können (dass ihr Allahs Plan nicht entrinnen könnt), und dass Allah die Ungäubigen (früher oder später) zuschanden machen (entehren, erniedrigen) wird.} Sure 9:2


Diese Sure wurde zunächst offenbahrt, als Kündigung der Verträge mit jenen der Heiden, die das Abkommen mit den Muslimen gebrochen hatten, indem sie Krieg führten gegen verbündete Stämme. Es war das Ende der Vielgötterei in Arabien.


Kommentar:

Ihr sollt nicht1 – wenn ihr durch das Land zieht – dabei glauben, ihr müsst die Ungläubigen2 zuschanden machen, sondern ihr sollt wissen, daß Allah das tun wird - wann und wie ist ganz nach Seinem Wissen und göttlichen Plan.

Wenn sich die Ungläubigen aber von Gott und Seinem Propheten ( sallAllahu `aleihi wa sallam ) abwenden, sollen sie wissen, dass sie keineswegs Allahs Plan zunichte machen können. Und die Muslime sollen ihnen dann erklären, bzw. mitteilen, dass eine schmerzliche Strafe auf sie wartet. Das sollen die Muslime tun, und das ist gut genug. (Von Sure 9:3) Denn das Wann und Wie der Strafe Gottes ist den Menschen verborgen, ausser dem, was in der heiligen Schrift offenbahrt wird.

Niemand kann sich Allahs Willen (oder Seinem Plan) entziehen (siehe Sure 9:3). Vielleicht will Allah, diejenigen, die ihr als ungläubig bezichtigt, noch später rechtleiten, wie könnt ihr euch denn anmassen, darüber etwas zu wissen?! Ja die Ungläubigen werden sicherlich eine schmerzliche Strafe bekommen, aber wann und wie, ist ganz nach Seinem Wissen und göttlichen Plan.

Am Anfang der islamischen Gemeinschaft wurden sogar mit den Götzendienern Verträge gemacht (sie waren die grosse Mehrheit) – und diese Verträge wurden selbstverständlich von den Muslimen gehalten, solange kein Verrat (siehe Sure 9:4). Treue zu üben, ehrlich zu sein und Verträge zu erfüllen, sind alles Eigenschaften der muttaqún, der {Gottesfürchtigen}3 (Sure 9:7).

Und Treue halten – auch mit den Götzendienern – führt dazu, die Liebe Gottes zu erlangen, denn { Allah liebt die Gottesfürchtigen.} (Sure 9:4) Sie sind es, die Abmachungen und Verträge einhalten, denn sie wissen, dass sie eines Tages vor Gott Rechenschaft ablegen müssen.

Verrat und gebrochene Verträge dagegen verursachen Kriege (siehe Sure 9:5). Aber auch im Krieg - auch dann noch - ist Raum für Barmherzigkeit – so muss es sein. (siehe Sure 9:6) Das unterscheidet eine göttliche Botschaft von einer satanischen: Daß es immer einen Ausweg aus einer irdischen Zwangslage gibt: den Weg der Barmherzigkeit: mit dem Freund und Verbündeten und gerade auch mit dem Feind. (siehe Sure 9:6) Aber nicht bedingungslos.

Und sprich zu ihnen (wenn einer von ihnen bei dir Zuflucht sucht,) das Wort Gottes, denn siehe {sie sind ein unwissendes Volk.} (Sure 9:6)

Und Gott - Allah warnt uns vor den Götzendienern, sie sind böse. (siehe Sure 9:8-10)

Aber ihre Eigenschaft böse zu sein, ist ihnen nicht untrennbar anhaftend, durch (aufrichtige) Reue können sie sich vom Bösen befreien - das ist schon vorgekommen und immer noch! (siehe Sure 9:11). { Und wir erbringen klare Beweise für ein verständiges Volk.} Darin liegt der { klare Beweis} – und Allah (swt) weiß am besten und am meisten – ein klarer Beweis (auch) für die Gläubigen, für die Muslime. Und so werden die aya - die Zeichen, die Verse - erklärt:

Daß der Mensch, wie böse und spirituell unwissend er auch sein mag, durch Gottes Rechtleitung umkehren kann und Mitglied der Gemeinschaft der Gläubigen werden kann! - Das ist schon vorgekommen und immer noch!

Auch wieder im Kampf gegen die Ungläubigen das Prinzip der Barmherzigkeit: Nicht blind auf alles losschlagen, sondern { die Anführer des Unglaubens} (Sure 9:12) bekämpfen, denn sie sind es, welche die Menschen verführen.

Gegen ein untreues Volk, das seine Eide bricht und Schlimmes mit den Menschen tut, müsst ihr kämpfen (siehe Sure 9:13), in zwar nach den hergebrachten Regeln des Islam - dem All-Barmherzigen verpflichtet - nicht nach Gutdünken.4


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2014-09-17 vs.1.2; vom 2014-09-13 Neue Textenächste Seite


  1. d.h. irgend jemand, der sich dazu berufen fühlt.

  2. Wer sind die Ungläubigen: What Makes A Person Kafir? GF Haddad: “The general Muslim has to defer that grave judgement (of labelling someone as kafir) to those who know precisely what makes a person kafir without doubt, lest he make a mistake and commit irreparable damage to his soul.” and “A káfir is someone who directs its hostile stance against Islam or the Muslims, either with his hand, or with his tongue or his pen. He is a káfir, whether he belongs to any religion or not.” in: Who is a káfir? O K Neusser

  3. Die Gottesfürchtigen sie jene, welche auf den göttlichen Ratschluss in allem warten, die nicht für sich selbst Macht über Leben und Tod beanspruchen, (indem sie andere leben lassen oder töten!)

  4. Letzteres hiesse, Gott weniger zu fürchten, als den Feind, denn Gott - Allah weiss besser - und das Wann und Wie, ist ganz nach Seinem Wissen und göttlichen Plan.