Wie Stereotypen vertieft werden
Über die unglückliche Papstrede Sept. 2006


"Wer behauptet es gäbe etwas Böses oder Unmenschliches im Islam beweist bloß seine eigene Unkenntnis über diese große Religion."
(Ein Vertreter des pakistanischen Auswärtigen Amtes.)

Der Papst hat einige Fehler gemacht. In seiner Rede sprach er unter anderem über Religion und Vernunft (dh. den positivistischen Vernunftbegriff wie er in den modernen Wissenschaften gebraucht wird), und über Religion und Gewalt. Dies sind gewiß wichtige Themen, doch hätte er sich nicht über den Islam äussern sollen.

Er geht nämlich leider (absichtlich?) von falschen Prämissen aus, zB. stützt er sich auf einen christlichen Islamforscher (Khoury). Somit verbreitet er mit dem Gewicht seiner Stellung seine falschen Auffassungen über den Islam im allgemeinen und über unseren heiligen Propheten (Gottes Gnade und Friede seien mit ihm) MHMD im besonderen, um seine Religion - so wie er sie versteht - in besseres Licht zu stellen. Gott - Allah erklärt den Muslimen:
{Die Juden und die Christen werden nicht mit dir zufrieden sein, solange du nicht ihrem Bekenntnis folgst, Sag: Wahrlich! Die rechte Leitung ist (allein) die von Gott.}
Sure 2 Vers 120

Vieles in seiner Rede ist falsch verstanden und es würde zu weit führen alles zu untersuchen. Hier einige Stellen in denen er sich unglücklicherweise auf den Islam und den Heiligen Propheten (Gottes Gnade und Friede seien mit ihm) MHMD bezieht. Er zeigt sich beeindruckt durch die Analyse eines byzantinischen, öst-christlichen Kaisers des 14. Jahrhunderts:

"Der Kaiser wußte sicher, daß in Sure 2, 256 steht: Kein Zwang in Glaubenssachen – es ist eine der frühen Suren aus der Zeit, wie uns die Kenner sagen, in der Mohammed selbst noch machtlos und bedroht war. Aber der Kaiser kannte natürlich auch die im Koran niedergelegten – später entstandenen – Bestimmungen über den heiligen Krieg." [1]

[1]:
Daß es keinen Zwang in Glaubenssachen gibt, ist ein eminenter, unveränderlicher Teil der Scharia, des Heiligen Gesetzes des Islam und keine Verfügung, die opportunistisch aufgrund irgendwelcher politischer Gegebenheiten bestimmt wurde, wie durch das obige Zitat unterstellt wird. Dieses Prinzip galt in der meckanischen Periode des frühen Islams, als die Muslime schwer verfolgt wurden, wie auch in der medinensischen Periode, als die erste islamische politische Einheit unter Führung des Propheten (Gottes Gnade und Friede seien mit ihm) MHMD gebildet worden war und sie gilt bis auf den heutigen Tag.[fn2b] Der oben zitierte Koranvers (2, 256) ist nämlich eine göttliche Bestätigung eines bereits früher - in Mecka - offenbahrten Verses (10, 99), und lautet wie folgt:
{Und hätte dein Herr Seinen Willen erzwungen, wahrlich, alle, die auf der Erde sind, würden geglaubt haben insgesamt. Willst du also die Menschen dazu zwingen, daß sie Gläubige werden?}
Sure 10 Vers 99

In seiner Unkenntnis über die islamische Lehre geht er in seiner Rede dann auf die Frage der "Glaubensverbreitung durch Gewalt" ein:
"Der entscheidende Satz in dieser Argumentation gegen Bekehrung durch Gewalt[2] lautet: Nicht vernunftgemäß handeln ist dem Wesen Gottes zuwider. ... Für ... einen in griechischer Philosophie aufgewachsenen Byzantiner ist dieser Satz evident. Für die moslemische Lehre hingegen ist Gott absolut transzendent.[3] Sein Wille ist an keine unserer Kategorien gebunden und sei es die der Vernünftigkeit."[4]

[2]:
Es geht überhaupt nicht darum, wie der Papst hier so tut, daß etwa Muslime versuchen würden, durch Gewalt ihre Mitmenschen zu bekehren. Wer sich solchen Aktivitäten hingab ist doch gerade die katholische Kirche, die Geschichte ist voller schrecklicher Beweise.[fn2] Stattdessen geht es bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen heute in der Welt, an denen Muslime beteiligt sind darum, daß die Muslime ihre Rechte und ihr Leben verteidigen müssen[n1], wenn sie von den Mächten der Gier und des Unglaubens bekämpft werden.
Tatsache ist doch, daß zur Zeit (im Jahre 2006) mindestens vier muslimische Länder besetzt sind: Afghanistan und Iraq, zwei andere sind besetzt, obwohl Resolutionen der Vereinten Nationen seit langem andere Regelungen beschlossen haben: Kashmir und Palestina. Ein fünftes Land wurde gerade brutal überfallen und in Schutt und Asche gelegt: Der Libanon im Sommer 2006. Und dann Tchechenien. Die Muslime üben ihr universelles Recht auf Widerstand gegen Besatzungs- und Unterdrückungsmächte aus, und sie tun das mit großem Mut und fürchten nicht den Tod.

n1 Die islamische Bestimmung für den Kampf dient einzig der Verteidigung und der Wiederherstellung des Friedens:
{Und kämpfet für Allahs Sache gegen jene, die euch bekämpfen, doch überschreitet das Maß (übertretet) nicht, denn Allah liebt nicht die Maßlosen (Übertreter).}
Sure 2 Vers 190

[3]:
Ein weiteres gravierendes Mißverständnis ist seine Aussage: "für die moslemische Lehre hingegen ist Gott absolut transzendent." Richtig hingegen ist, daß die islamische Lehre betont, daß Gott - Allah (erhaben sei Seine Majestät) beides ist:
transzendent und immanent: tanzîh und tashbîh [fn3]

[4]:
Bei der Frage der "Vernünftigkeit" stützt sich der Papst mithilfe seines Islamexperten Khoury auf ein Zitat eines gewissen Ibn Hazn, der sogar

"so weit gehe zu erklären, daß Gott auch nicht durch sein eigenes Wort gehalten sei [5] und daß nichts ihn dazu verpflichte, uns die Wahrheit zu offenbaren. [6] Wenn er es wollte, müsse der Mensch auch Götzendienst treiben. [7]" www.welt.de, x L 20120706

Was Ibn Hazn hier diskutiert, hat nichts zu tun mit dem was der Papst davon versteht. Es ist doch bloß ein unintelligenter Gedanke, Gott in irgendeiner Religion und schon garnicht im Islam "Unvernünftigkeit" zu unterschieben.
Es ist aber klar und deutlich in der heiligen Schrift des Koran von Gott - Allah festgestellt worden, dass dieses Wort der Schrift die Wahrheit ist, herabgesandt von dem Wahren, Ewigen Herrscher der Welten.
Es wäre daher absurd anzunehmen, Allah würde irgendetwas anderes als die Wahrheit in Seiner Schrift offenbaren!
[5]:
Auch wenn es stimmt, daß Gott nicht an menschliche Kategorien gebunden ist, so benutzt Gott natürlich die menschliche Sprache, um Seine Botschaft an die Menschen zu vermitteln. Gott - Allah (erhaben sei Seine Majestät) schwört Sein Wort zu halten, und verspricht, daß Sein Gelübte für immer gelten wird und bis zum Letzten Tag, - für die Gläubigen wie für jene, welche die Wahrheit verleugnen:
{... damit sie erkennen möchten, daß Allahs Verheißung wahr ist und daß über die «Stunde» kein Zweifel ist.}
Sure 18 Vers 21

[6]:
Viele Verse der Offenbahrung des Korans bestätigen, daß Gottes Botschaft wahr ist, und daß es nichts anderes ist als die reine Wahrheit:
{Sei daher nicht im Zweifel darob. Dies ist die Wahrheit von deinem Herrn; jedoch die meisten Menschen glauben nicht.}
Sure 11 Vers 17

[7]
Allah will nicht, daß die Menschen der Vielgötterei anhängen, oder daß sie etwas Gott beigesellen oder mit Ihm assoziieren. Das ist der eigentliche Kernpunkt der islamischen Lehre, den Menschen zur Einheit und Ganzheit seiner Selbst und seines Lebens zu führen (tawhîd):
{Sprich: «Er ist Allah, der Einzige;
Allah, der Unabhängige und von allen Angeflehte.}
Sure 112 Vers 1-2

Wenn er dann andeutet, der Islam sei eine Religion ohne oder jenseits der Vernunft, oder daß der muslimische Mensch sich seines Verstandes oder seiner Vernunft nicht bedienen braucht, so ist dies auch ganz falsch. Wieder zitiert er den Satz des mittelalterlichen Kaisers:
"nicht vernunftgemäß (syn logo) zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider."[8]

Jedoch bleibt erstens dem Menschen das Wesen Gottes verborgen, zweitens sind Gottes Eigenschaften oder Namen durch die Offenbahrung des Koran bekanntgemacht worden, unter ihnen "der Allweise (Al-Hakîm)", "der Allwissende (Al-`Alîm)" und niemand - anders als der Papst - und bestimmt kein Gläubiger würde Gott die Eigenschaft der "Unvernunft" zuschreiben. In Wirklichkeit gibt es eine große Anzahl Koranverse, die uns daran erinnern nachzudenken und die Welt und uns selbst zu verstehen suchen. Die Vernunft und der Intellekt sind zentrale Begriffe im Islam: al-`aql:
[link: Intelligence (its meaning in Arabic)], x L 20120708

[8]
Es wird dem aufrichtigen Leser des Korans bald einsichtig, daß Allah (erhaben sei Seine Majestät) die Menschen immer wieder ermahnt intensiv nachzudenken:
{Die Allahs gedenken im Stehen und Sitzen und wenn sie auf der Seite liegen und nachsinnen über die Schöpfung der Himmel und der Erde.}
Sure 3 Vers 191

Oder der Leser des Korans wird in über 40 Versen gewarnt, nicht zu jenen zu gehören, "die nicht verstehen" wenn ihnen Verse gezeigt oder klargemacht werden, "sodaß sie verstehen mögen", und zu Leute zu gehören, "die verstehen" oder "begreifen", zB:
{Also macht euch Allah die Gebote klar, auf daß ihr begreifet.}
Sure 24 Vers 61

Wie kann eine Religion, die das Denken ihren Anhängern zur religiösen Pflicht gemacht hat und die Suche nach Wissen befiehlt und den Respekt der Gelehrten gebietet, angeklagt werden den Intellekt zu verachten? [fn1]
Woran der Papst denkt und das geht aus seiner Rede klar hervor, ist die oft von Nicht-Muslimen vorgebrachte These des willkürlichen Gottes, denn so wollen sie Allah (erhaben sei Seine Majestät) hinstellen. Dh. ein Gott, dem man sich bedingungslos unterwerfen müsse, was immer er befiehlt, auch wenn es gegen die Vernunft gehe und der keine Gnade oder Barmherzigkeit kennt. Mit dieser Geisteshaltung zitiert er am Anfang seiner Rede jenen byzantinischen Kaiser, der wiederum am Islam und an Prophet Muhammad (Gottes Gnade und Friede seien mit ihm) MHMD nichts Positives erkennen kann. Der Kaiser sagte:
"Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten."

Es tut jedem Gläubigen weh, Schlimmes über seine wunderbare Religion und über den Gesandten Gottes (Gottes Gnade und Friede seien mit ihm) MHMD hören zu müssen. Was da in dieser Hinsicht in einem "akademischen Vortrag" vorbegracht wurde, ist aber eine gemeine Lüge und eine schlimme Beleidigung unseres heiligen Propheten (Gottes Gnade und Friede seien mit ihm) MHMD und eine Verfälschung der islamischen Botschaft, mit der er gesandt wurde!

Ein "intellektueller Kontext" verlangt eben auch, daß man nicht das kontroverse Argument unter den Tisch fallen läßt, denn was der muslimische Gesprächspartner antwortete, wurde stillschweigend übergangen und der Papst hat sich nicht von den niederen Äusserungen des Byzantiners distanziert, (ausser zu sagen es seien "schroffe Worte" gewesen). [fn4]

Auch in der nachträglichen "Erklärung von Kardinal Tarcisio Bertone" unterstellt der Vatikan dem Islam weiterhin eine "religiöse Motivierung der Gewalt." [fn5]

Der ominöse christliche Islamforscher Khoury behauptete noch, es wäre eigentlich "nicht die Intention des Papstes gewesen, über den Islam zu reden."[fn6] Offensichtlich tut er es eben aber doch, wie die vielen obigen Zitate beweisen.
Und wenn er nun nicht über den Islam reden wollte, warum hat er dann nicht über die gewaltsame Ausbreitung des Christentums in Europa und auf anderen Kontinenten hingewiesen und auf die gewaltsame Verfolgung Andersgläubiger durch die katholische Kirche? [fn7]

Es wäre schon besser gewesen, er hätte sich an das Wort seines Religionsstifters, des Propheten Jesus (Friede sei mit ihm) gehalten, der sagte:
"Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh' zuerst den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst."
Evangelist Lukas 6:41ff

So zementiert er die landläufige, aber dennoch falsche Auffassung, der Islam sei durch Gewalt verbreitet worden oder schlimmer noch, die islamische Lehre würde eine solche Taktik gebieten[n1] und daß dies auf der angeblichen Verleugnung der Vernunft im Islam beruht.

Der moderne, durch die nach-christliche Mentalität ("Aufkärung") geprägte Mensch, und der Papst ist einer davon, sieht sich selbst gerne als überaus vernünftig an und ist der Auffassung, die Religon solle nur von dem handeln, was sie mit "Liebe" und "Vernunft" bezeichnen. Er gibt vor selbst zu wissen, was Liebe zu Gott  (und den Menschen) bedeutet und was mit Hilfe der "Vernuft" begriffen werden kann. Gleichzeitig wollen sie den Islam als der Liebe Gottes und der "Vernunft" fremd darstellen und sogar als eine zur Gewalt neigenden Religion.

Es ist jedoch bereits oft bewiesen worden, daß der Islam im Allgemeinen durch die Einfluß geistiger Meister, durch engagierte fromme Muslime und auch durch Handelsreisende verbreitet wurde, auch wenn es übereifrige muslimische Krieger gegeben hat, die Fehler begangen haben und ihren Ruhm und ihre Gier nach den weltlichen Gütern über das überlieferte Gesetz (Shari`ah) gestellt haben. Prinzipiell ist die islamische Kriegsführung defensiv.
Das Beispiel des Propheten Muhammads (Gottes Gnade und Friede seien mit ihm) MHMD und sein Lebensmuster zeigen was damit gemeint ist: mit welch' außerordentlicher Barmherzigkeit er seine Umgebung behandelte, sei es Freund oder Feind[fn8]: er war ja schließlich der beste Diener und Interpret des Allbarmherzigen (Ar-Rahmân). Man möge in der menschlichen Geschichte versuchen ein ähnliches Beispiel zu finden und wird es nicht können!
[tolerantmonotheism.com]

Schließt nicht die Liebe zu Gott ein, daß man sich an die Wahrheit - auch in der Geschichtsschreibung - hält, daß man auch dann die Wahrheit sagt, wenn es dem Gegner zu nützen könnte?
Aber die Liebe zu Gott ist nicht das Erbe oder Privileg des Papstes, der Christen oder irgendjemand sonst, auch wenn sie das gerne glauben mögen. Es war daher sehr 'unvernünftig' vom Papst, in der heutigen, unruhigen Weltlage derart gegen eine andere Weltreligion zu polemisieren und damit die muslimische Gemeinschaft und den Westen weiter zu polarisieren.[fn12]

Im Islam wissen wir, daß nur der wirklich Gott liebt, der auch den Gesandten Gottes liebt (Gottes Gnade und Friede seien mit ihm) MHMD , der seine Gefährten (Sahabah) und den Koran liebt und sich bemüht dem Lebensmuster des Propheten zu folgen. Dies erfordert eine entschlossene Anstrengung, einen Jihad, es ist nichts was man mit den Lippen nennt, wenn man große Reden hält, wenn man im Herzen noch an der Welt und ihren Sünden hängt.
[link: On The Heart - qalb]

Damit ist klar geworden, daß der Papst seine Rede noch mal gründlich hätte überdenken sollen. Oder will er den "interreligiösen Dialog" beenden? [fn9] Besser noch - er sollte mit sich selbst zu Gericht gehen und wegwerfen, was er falschen Auffassungen gegenüber dem Islam in seinem Herzen trägt, denn was er nicht kennt (den Islam) will er anschwärzen! Und dann bedauere er, verletzt zu haben![fn10]
Was kann man jedoch erwarten von einem christlichen Papst - oder nebenbei gesagt - von einem zionistischen Premierminister (Olmed), der auf Rakenschiessen und Scharmützel zum Schrecken der Weltöffentlichkeit mit der Zerstörung eines ganzen Landes und dem Töten tausender von Unschuldigen im Libanon im Jahr 2006 reagierte, in einem völlig sinnlosen Krieg?
Was kann man von ihnen erwarten in Hinsicht auf die Religion des Islam, die - trotz der Probleme des Extremismus - stetig wächst und an Ansehen gewinnt?

{Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr denn leugnen?}
Sure 55 Vers 25


Fußnoten

fn1 Siehe F.I.O.E. www.eu-islam.com

fn2 The secretary-general of the Central Council of Muslims in Germany, Aiman Mazyek, said he did not see the lecture as an attack on Muslims.

[However]: "Against the background of the bloody forced Christianization in South America, the Crusades in the Muslim world, the co-option of the church by the Hitler regime, even the invention of the expression 'holy war,' which originally comes from the mouth of (Pope) Urban II, it would fill me with some concern if the church would come and take a superior attitude to the extremist activities of other religious communities."

Sidi Gibril F Haddad commented: "He might have added Andalusia, the shining proof that there was not one forced conversion to Islam while, after the Reconquista, there were so many forced conversions to Christianity they invented the word "Morisco" to denote a Jew who had been forced to convert to Christianity; and the Middle East - Syria and Iraq, where the Christian communities still flourish, while the previous Muslim communities of Sicily, Bulgaria and the rest of Europe were eradicated.

fn2b Yesterday [2006-09-15] Dr. Tawfiq al-Buti said from the pulpit in Damascus:

"The Christian community of Syria stands as a living proof against the claims of this Pope and we ask him to name us one person who was forced to convert in the history of Islam."

We might underline the irony of a German Pope who was previously head of the Office of the Inquisition quoting a Byzantine Emperor railing against violence in Islam when it was Pope Innocent III's Fourth Crusade (1198-1204) which sacked Constantinople and proceeded to "kill them all - God will sort them out" - a historical quote of the times. The Byzantines, such as the historian Nicetas Chroniates, as well as the Arab Muslim historians, all considered Western Christians to be arrogant barbarians.

Shiite cleric Sheik Abdul-Kareem al-Ghazi, in Iraq's second-largest city, Basra, challenged Benedict or any other senior Vatican official to a debate, saying he would be willing to convert to Christianity if the pontiff managed to convince him of his views: www.signonsandiego.com/news

fn3 über dieses Thema siehe: On Wahdat-ul Wujûd - existence

fn4 Was das von ihm in der Ansprache in Regensburg wiedergegebene Urteil des byzantinischen Kaisers Manuel II. Palaeologos betrifft, so war und ist es keineswegs die Absicht des Heiligen Vaters, sich dieses Urteil zu eigen zu machen, sondern er hat es lediglich dazu verwendet, um in einem akademischen Kontext und gemäß dem, was aus einer vollständigen und aufmerksamen Lektüre des Textes hervorgeht einige Gedankengänge zum Thema der Beziehung zwischen Religion und Gewalt im allgemeinen darzulegen, mit der Schlußfolgerung einer deutlichen und radikalen Ablehnung der religiösen Motivierung der Gewalt, von welcher Seite auch immer sie ausgeht…
www.vatican.va

fn5 Der Heilige Vater ... (mit) “der Schlußfolgerung einer deutlichen und radikalen Ablehnung der religiösen Motivierung der Gewalt, von welcher Seite auch immer sie ausgeht.” www.vatican.va

fn6 Kourys Kommentar ist hier: www.welt.de, x L 20120706

fn7 Ein guter Artikel von Tariq Ali: Papal Insults, A Bavarian Provocation

fn8 Man möge sich über den Ablauf der Eroberung Meckas durch die Muslime unter Leitung des Prophten Muhammad (Gottes Gnade und Friede seien mit ihm) MHMD im 7. Jahrhundert informieren.

fn9 Sein Vorgänger hatte sich noch bei den Muslimen für die durch die Kirche begangenen Übeltaten entschuldigt und hatte als erste Papst eine Moschee besucht.

Der Vatikan zitiert schöne Worte des Papstes:
“Die Lektionen der Vergangenheit müssen uns davor bewahren, die gleichen Fehler zu wiederholen. Wir wollen Wege der Versöhnung suchen und lernen, so zu leben, daß jeder die Identität des anderen respektiert.” www.vatican.va

fn10 Bis heute, dh ca. zwei Wochen nach seiner unangenehmen und unglücklichen Rede, eine fitna für Christen wie für Muslime, hat der Papst sich noch nicht entschuldigt[fn10b], nur bedauert [fn11], dass seine Rede zu Missverständnissen Anlass gegeben habe. Er habe sich die zitierte Auffassung nicht zu eigen machen wollen. www.welt.de, x L 20120706

fn10b In einem Treffen (Ende Sept. 2006) mit Vertretern von 22 muslimschen Ländern erklärte der Papst seine Achtung und Respekt für den Islam, denn er will - wie es aussieht - den Dialog mit der muslimschen Gemeinde wieder aufleben lassen. Er befand aber gleichzeitig (wie gewöhnlich mit Hinweis auf den Islam) daß "die Kirche niemandem die Botschaft eines anderen aufzwinge." [SR]

fn11 Der Vatikan: “Der Heilige Vater bedauert daher zutiefst, daß einige Abschnitte seiner Ansprache verletzend geklungen haben könnten für die Empfindungen der muslimischen Gläubigen und sie in einer Weise ausgelegt wurden, die ganz und gar nicht seinen Absichten entspricht. Zudem hat er angesichts der tiefen Religiosität der muslimischen Gläubigen die säkularisierte westliche Kultur ermahnt, die "Verachtung Gottes und den Zynismus, der die Verspottung des Heiligen als Freiheitsrecht ansieht" zu vermeiden.”
Indem er seine Achtung und seine Wertschätzung für diejenigen, die sich zum Islam bekennen, noch einmal betont, wünscht er, daß es ihnen erleichtert werde, seine Worte in ihrem richtigen Sinne zu verstehen, damit dieser nicht einfache Augenblick rasch überwunden werde und das Zeugnis für den »alleinigen Gott, den lebendigen und in sich seienden, den Schöpfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat«, sowie die Zusammenarbeit gestärkt werde, um »gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen«. www.vatican.va

fn12 Nach dem UN-Beauftragten für den Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, Doudou Diene, "rechtfertige die Rede von Benedikt zwar keine generelle Islamfeindlichkeit. Sie fördere aber Strömungen, die Islam und Terrorismus in eins setzen wollten." www.welt.de, x L 20120706





 

 

 

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2006-09-21
latest update: 2013-11-30




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